Segeln - Neuigkeiten

Malte Winkel und Matti Cipra im 470er - Verpassten nur knapp den Sprung in die Top Ten
02.05.2017

Silberstreif am Horizont: Das German Sailing Team nimmt mit Weltcup-Silber Kurs auf Tokio 2020

Hamburg, 1. Mai 2017. Die deutsche Segel-Nationalmannschaft ist erfolgreich ins nacholympische Jahr durchgestartet. Die junge Mannschaft formiert sich auf ihrem Kurs mit Ziel Tokio 2020. Bereits bekannte und erfolgreiche deutsche Olympiasegler sowie junge Talente bilden gemeinsam die Mannschaft, die sich für die kommenden drei Jahre viel vorgenommen hat.

Zu den Vorreitern und Antreibern zählen die Olympia-Neunten Victoria Jurczok und Anika Lorenz vom Verein Seglerhaus am Wannsee. Die beiden Berliner 49erFX-Seglerinnen haben sich für eine zweite Olympiakampagne entschieden und die schon früh in dieser Saison eindrucksvoll eingeläutet. Dem souveränen Sieg beim spanischen Klassiker Trofeo Princesa Sofía Ende März ließen sie an diesem Wochenende Weltcup-Silber im stark besetzten Feld vor Hyères folgen. Dort lieferten sich die 27-jährige Steuerfrau und ihre 26-jährige Vorschoterin ein packendes Duell mit den brasilianischen Olympiasiegerinnen Martine Soffiatti Grael und Kahena Kunze, unterlagen am Ende nur knapp, konnten aber die Britinnen Charlotte Dobson und Saskia Tidey auf Platz drei verweisen.

In fünf Rennen waren die Südamerikanerinnen besser als die Deutschen, in fünf kamen die Deutschen schneller ins Ziel. Das Medaillenrennen gewannen Grael und Kunze. Vicky Jurczok und Anika Lorenz aber feierten mit Silber ihre erste Weltcup-Medaille ­und setzten damit in Regie ihres neuen Trainer David Evans ein dickes Ausrufezeichen hinter ihre olympischen Ambitionen. „Uns hat die Winterpause gut getan. Wir fühlen uns frisch und sind sehr happy über unsere erste Medaille bei einer Weltcup-Regatta“, sagte Anika Lorenz. „Das war die zweite starke Leistung von Vicky und Anika in Folge und binnen sehr kurzer Zeit. Wir gratulieren den beiden herzlich! Sie haben ihr Können wieder auf den Punkt abrufen können. Das ist beeindruckend und in drei Jahren die Fähigkeit, die mit Blick auf Olympische Spiele so wichtig ist“, sagte DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner in Hyères. Die Gründe für den Erfolg nannte Vicky Jurczok: „Gute Starts und gute Geschwindigkeit. Wenn wir in allen Bedingungen so schnell sein könnten, würden wir es uns sehr leicht machen. Daran arbeiten wir.“

Das Wort „Arbeit“ fällt in diesen Wochen oft in Gesprächen mit den Seglern und Seglerinnen im Sailing Team Germany.  Sie wissen, dass drei Jahre harte Arbeit auf sie warten. Aber gleichzeitig auch Regattahöhepunkte, Bewährungsproben und Erfolge. Aktivensprecher Philipp Buhl vom Segelclub Alpsee Immenstadt hat bereits zwei Olympia-Kampagnen hinter sich. In die dritte ist der Vize-Weltmeister von 2015 jetzt mit seinem neuen Coach Alex Schlonski und jungen Teamkameraden wie Theo Bauer (Röbeler Segler-Verein) und Nik Aaron Willim (Norddeutscher Regatta Verein) durchgestartet. Nach einer knapp verlorenen nationalen Olympia-Ausscheidung 2011/2012, Platz 14 bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro 2016 und nach dem Motto „Aller guten Dinge sind drei“ will der Sonthofener mit aller Erfahrung und ganzem Können noch einmal um eine Olympia-Fahrkarte kämpfen.

Beim Weltcup vor Hyères hatte der 27-Jährige anfangs mehr mit den drehenden Winden zu kämpfen, als ihm lieb war. Im Schlussspurt aber gelang ihm, was er „unbedingt schaffen“ wollte: „Ich wollte wieder ran an die Top-Gruppe und das ist gelungen.“ Als Siebter schoss Buhl den Weltcup inmitten seiner stärksten Konkurrenten ab und zog positiv Bilanz: „Mit einem soliden Medaillenrennen habe ich den Weltcup als Siebter beendet. Es war nicht mein Wunschergebnis, aber ein anständiges Resultat nach dem schwachen Anfang.“

Im 470er erreichte mit Frederike Loewe (23, Verein Seglerhaus am Wannsee) und Anna Markfort (23, Joersfelder Segel-Club)  auf Platz 9 ein weiteres deutsches Team im Weltcup-Revier vor Hyères die Top Ten.

Im 470er-Feld der Männer hatten Malte Winkel und Matti Cipra vom Plauer Wassersportverein den Sprung in die Top Ten als Elfte nur knapp verpasst. Simon Diesch und Philipp Autenrieth erreichten Platz 16.

 

Verpassten nur knapp den Sprung in die Top Ten: Malte Winkel und Matti Cipra im 470er. @Pedro Martinez / Sailing Energy / World Sailing

Erik Heil und Thomas Plößel vom Norddeutschen Regatta Verein beendeten ihren ersten Einsatz nach einem Dreivierteljahr Wettkampfpause im 49er ebenfalls mit Platz elf. „Unsere Starts und unsere Entscheidungen waren gut, der Tagessieg am Ende sehr motivierend. Es fehlte uns noch etwas am Bootsgefühl. Wir wissen, woran wir jetzt zu arbeiten haben“, sagte Thomas Plößel.

Die Bronzemedaillen-Gewinner von Rio de Janeiro führen das ehrgeizige deutsche 49er-Team an, dem mit den Europameistern Justus Schmidt/Max Boehme (Kieler Yacht-Club), Tim Fischer/Fabian Graf (Norddeutscher Regatta Verein/Verein Seglerhaus am Wannsee) und Jakob Meggendorfer/Andreas Sprangler (Ruder- und Segelclub Simssee) weitere starke Crews angehören. Tim Fischer/Fabian Graf wurde 14. und Jakob Meggendorfer/Andreas Sprangler erreichten Platz 20. Als Bundestrainer des 49er-Perspektivkaders ist Max Groy im Einsatz.

Im Laser Radial fand Steuerfrau Svenja Weger vom Potsdamer Yacht-Club nach ihrer Schulter-Operation und einer langen Wettkampfpause beim Weltcup vor Hyères als Fünfzehnte wieder gut ins Rennen. Pauline Liebig erreichte Platz 24.

Mit Platz sechs zeigte Formula-Kiter Florian Gruber aus Garmisch-Partenkirchen, dass er sich längst seinen Stammplatz im Kreis der Weltelite erarbeitet hat.

Die Ergebnisse es German Sailing Team beim World Sailing Weltcup vor Hyères im Überblick:

49ERFX

  1. Martine Soffiatti Grael/Kahena Kunze (BRA), 34 Punkte
  2. Victoria Jurczok/Anika Lorenz (Berlin, VSaW), 50 Punkte
  3. Charlotte Dobson/Saskia Tidey (GBR), 63 Punkte

49ER

  1. Diego Botin le Chever/Iago Lopez Marra (ESP), 57 Punkte
  2. Dylan Fletcher-Scott/Stuart Bithell (GBR), 82 Punkte
  3. Carl P Sylvan/Marcus Anjemark (SWE), 88 Punkte

11. Erik Heil/Thomas Plößel (Berlin/Norddeutscher Regatta Verein), 145 Punkte

14. Tim Fischer/Fabian Graf (Kiel/NRV VSaW), 153 Punkte

20. Jakob Meggendorfer/Andreas Sprangler (Kiel, Ruder- und Segelclub Simssee), 176 Punkte

LASER

  1. Pavlos Kontides (CYP), 63 Punkte
  2. Francesco Marrai (ITA), 63 Punkte
  3. Matthew Wearn (AUS), 78 Punkte

7. Philipp Buhl (Sonthofen/SCAI), 124 Punkte

LASER RADIAL

  1. Evi van Acker (BEL), 67 Punkte
  2. Tuula Tenkanen (FIN), 87 Punkte
  3. Mathilde de Kerangat (FRA), 93 Punkte

15. Svenja Weger (Kiel, Potsdamer Yacht-Club), 146 Punkte

24. Pauline Liebig (DSMC Konstanz), 203 Punkte

470ER FRAUEN

  1. Afrodite Zegers/Annelos van Veen (NED), 30 Punkte
  2. Silvia Mas Depares/Patricia Cantero Reina (ESP), 55 Punkte
  3. Linda Fahrni/Maja Siegenthaler (SUI), 55 Punkte

9. Frederike Loewe/Anna Markfort (VSaW, Joersfelder Segel-Club), 108 Punkte

470ER MÄNNER

  1. Mathew Belcher/William Ryan (AUS), 18 Punkte
  2. Carl-Fredrik Fock/Marcus Dackhammar (SWE), 52 Punkte
  3. Panagiotis Mantis/Pavlos Kagialis (GRE), 73 Punkte

11. Malte Winkel/Matti Cipra (Kiel, Plauer Wassersportverein), 115 Punkte

16. Simon Diesch/Philipp Autenrieth (Württembergischer Yacht-Club/Bayerischer Yacht-Club), 133 Punkte


Olympia: Bridgestone Deutschland startet Kommunikationskampagne
28.04.2017

Sportdeutschland bewegt sich

Hier ist der Link zum Thema:

https://www.egalwaskommt.de/

Theodor Bauer segelt einen fast perfekten Auftakt
04.04.2017

German Sailing Team eröffnet europäische Regattasaison mit einem Kantersieg und vielen starken Einzelleistungen

Palma de Mallorca, 2. April 2017. Das German Sailing Team hat die europäische Regattasaison mit einem Klassensieg und vielen guten Einzelresultaten eröffnet. Vor Palma de Mallorca ist die deutsche Segel-Nationalmannschaft bei der 48. Auflage des Klassikers Trofeo Princesa Sofía vielversprechend in das nacholympische Jahr gestartet. Allen voran die Olympia-Neunten Victoria Jurczok und Anika Lorenz, die ihre Flotte im 49erFX beherrschten wie kein anderes Team eine der anderen neun olympischen Disziplinen. Mit acht Tagessiegen in 15 Wettfahrten und imposanten Leistungen im stürmischen Finale läuteten die Berlinerinnen vom Verein Seglerhaus am Wannsee (VSaW) ihre zweite Olympia-Kampagne erfolgreich ein und bescherten dem German Sailing Team des Deutschen Segler-Verbandes (DSV) einen Platz unter den zehn erfolgreichsten Nationen.

„Zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison fehlten noch einige starke Crews, doch für uns war es ein sehr gelungener Auftakt“, sagte Vicky Jurczok nach dem Finale im Hafen. In Winden um 25 Knoten konnten nur zwei der drei geplanten Finalläufe der 49erFX-Frauen ausgetragen werden. Im zweiten Durchgang waren die WM-Dritten von 2016 am Samstag eine von nur zwei Crews, die in den harschen Kenter-Bedingungen überhaupt das Ziel erreichen konnten. Damit zeigten Jurczok/Lorenz, dass sie mit ihrer Erfahrung und Routine auch in stärkeren Winden bestehen können – ihre vielleicht beste Erkenntnis bei dieser Mallorca-Regatta.

833 Seglerinnen und Segler und 646 Boote aus 53 Nationen haben die Bucht von Palma de Mallorca eine Woche lang in eine spannend-spektakuläre Segel-Arena verwandelt, in der olympische Medaillengewinner auf Weltmeister, Europameister, aber auch viele neue aufstrebende Talente trafen und ihre Frühform testeten. „Mir hat der Auftakt unseres German Sailing Teams gut gefallen“, sagte DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner, „der Sieg von Vicky und Anika im 49erFX ist der perfekte Startschuss für die Saison. Ich habe viele motivierende und teilweise beeindruckende Einzelresultate auch jüngerer Crews gesehen. Ob nun im 470er von Simon Diesch und Phillip Autenrieth, im 49er durch Tim Fischer und Fabian Graf, im Laser Radial von Hannah Anderssohn oder auch bei den Laserseglern von Theo Bauer und Nik Willim. Damit lässt sich arbeiten. Auch Jan Hause Erichsen und Ann-Kristin Wedemeyer sind als neue Nacra-17-Crew gut in ihre erste gemeinsame Regatta eingestiegen. Wir starten positiv in die Saison 2017!“

Für zwei weitere Top-Ten-Gesamtplatzierungen sorgten neben Jurczok/Lorenz die 49er-Crew Fischer/Graf als Siebte und mit Philipp Buhl der Aktivensprecher des German Sailing Teams. Der Sonthofener vom Segelclub Alpsee-Immenstadt hatte in der Serie vor Mallorca mit einem Frühstart und zwei misslungenen Rennen zwar mehrere Tiefschläge wegzustecken, konnte sich aber immer wieder nach vorne arbeiten. Im Medaillenrennen rückte er als Fünfter noch auf Platz neun vor. Der „Leitwolf der Laser-Gruppe“ erwies sich einmal mehr als Teamplayer und lobte vor allem die starken Auftritte seiner jüngeren Mitstreiter Theo Bauer und Nik Aaron Willim.

Theo Bauer konnte mit den Einzelrängen 3, 3, 5 und 4 gleich viermal zeigen, dass seine Leistungskurve nach diesem Winter stark angestiegen ist. Der 22-Jährige vom Röbeler Segler-Verein erzählte: „Als ich hier zwischenzeitlich Siebter war, haben mich viele Leute angesprochen, wie krass gut es für mich läuft. Ich hätte die Serie natürlich auch gerne so abgeschlossen, bin aber insgesamt zufrieden, weil ich zeigen konnte, wo ich hingehöre. Ich bin noch nicht auf dem Level der Weltklasseleute wie Philipp, aber auf dem richtigen Weg. Und unsere Trainingsgruppe mit unserem Coach Alex Schlonski, die ist der Hammer! Dazu Buhli als Leittier, der seine Geheimnisse auf keinen Fall für sich behält…“ Auch Nik Willim vom Norddeutschen Regatta Verein beeindruckte mit einem Tagessieg sowie einem dritten und einem fünften Rang in ihrem gut besetzten Feld. Philipp Buhl ist zum Auftakt seiner dritten Olympia-Kampagne sicher: „Wir sind eine sehr starke Truppe und haben zusammen sehr guten Speed erarbeitet. Darauf lässt sich aufbauen.“

GESAMTERGEBNISSE TROFEO PRINCESA SOFÍA 2017

(mit deutschen Teams in den Top 20)

470ER MÄNNER

  1. Tetsuya Isozaki/Akira Takayanagi (JPN), 49 Punkte
  2. Carl-Fredrik Fock/Marcus Dackhammar (SWE), 50 Punkte
  3. Jordi Xammar/Nicolas Rodriguez (ESP), 51 Punkte
  4. Simon Diesch/Philipp Autenrieth (Württembergischer YC/Bayerischer YC), 87 Punkte
  5. Malte Winkel/Matti Cipra (Schweriner YC/Plauer WV), 106 Punkte

470ER FRAUEN

  1. Afrodite Zegers/Anneloes Van Veen (NED), 35 Punkte
  2. Agnieszka Skrzypulec/Jolanta Ogar (AUT), 38 Punkte
  3. Silvia Man Depares/Patricia Cantero (ESP), 47 Punkte
  4. Nadine Böhm/Ann-Christin Goliass (Dt. Touring YC), 76 Punkte
  5. Fabienne Oster/Anastasiya Krasko (NRV, YC Ludwigshafen Bodensee), 86 Punkte
  6. Frederike Loewe/Anna Markfort (VSaW/Joersfelder SC), 98 Punkte

49ER

  1. James Peters/Fynn Sterritt (GBR), 68 Punkte
  2. Diego Botin Chever/Iago Lopez Marra (ESP), 69 Punkte
  3. Dylan Fletcher-Scott/Stuart Bithell (GBR), 81 Punkte
  4. Tim Fischer/Fabian Graf (NRV/VSaW), 113 Punkte
  5. Jakob Meggendorfer/Andreas Spranger (Segel- und Ruderclub Simssee), 193 Punkte

49ERFX

  1. Victoria Jurczok/Anika Lorenz (Verein Seglerhaus am Wannsee), 47 Punkte
  2. Helene Naess/Marie Rønningen (NOR), 96 Punkte
  3. Kimberly Lim/Cecilia Low (SIN), 114 Punkte

FINN

(Achtung, neues Finalformat, daher gelten die Plätze im Finale für die besten Zehn/Fünf)

  1. Max Salminen (SWE)
  2. Zsombor Berecz (HUN)
  3. Alician Kaynar (TUR)
  4. Max Kohlhoff (Kieler Yacht-Club), 136 Punkte

LASER

  1. Francesco Marrei (ITA), 57 Punkte
  2. Elliot Hanson (NOR), 58 Punkte
  3. Nick Thompson (GBR), 61 Punkte
  4. Philipp Buhl (Segelclub Alpsee-Immenstadt),  124 Punkte
  5. Theodor Bauer (Röbeler Segler-Verein), 172 Punkte

LASER RADIAL

  1. Dongshuang Zhang (CHN), 83 Punkte
  2. Viktorija Andrulyte (LTU), 92 Punkte
  3. Monika Mikkola (FIN), 98 Punkte

NACRA 17

  1. Fernando Echavarri Erasun/Tara Pacheco van Rinsoever (ESP), 52 Punkte
  2. John Gimson/Anna Burnett (GBR), 68.45 Punkte
  3. Lin Cenholt/Christian Peter Lübeck (DEN), 81 Punkte
  4. Jan Hauke Erichsen / Ann-Kristin Wedemeyer (Flensburger Segel-Club), 162 Punkte

Alle Ergebnisse im Überblick finden sich hier: http://www.trofeoprincesasofia.org/en/default/races/race-resultsall

 


Olympia: Doppelvergabe "nun wahrscheinlicher"
23.02.2017

 Dem IOC gehen die Olympia-Kandidaten aus

Der Rückzug Budapests als Bewerber für Olympia 2024 ist ein erneuter Schlag für das IOC und nährt die Spekulationen um eine Doppelvergabe der Spiele 2024 und 2028.

Wieder ein Korb für das IOC, doch dieses Mal dürfte sich der Frust in Grenzen halten. Denn sollte das Internationale Olympische Komitee am 13. September die Sommerspiele 2024 und 2028 tatsächlich in einem Zug vergeben, hätte Budapest eh keine Rolle gespielt. Hierfür sind Paris und Los Angeles vorgesehen.

Und dennoch ist der Rückzug von Budapest bitter. Nach Boston, Hamburg und Rom sprang nun schon der vierte Kandidat ab. Jeder Rückzug stellt die olympische Idee in Frage. Das IOC wollte den Vorgang nicht kommentieren. Man warte ab, bis man eine offizielle Mitteilung des Nationalen Olympischen Komitees Ungarns erhalte, hieß es.

"Entscheidung negativ für IOC"

"Natürlich ist diese Entscheidung negativ für das IOC", sagte IOC-Ehrenmitglied, Walther Tröger. Die Argumente der Olympia-Gegner machten eins klar, "man vertraut der Agenda von IOC-Präsident Thomas Bach nicht, vor allem in der Frage, wie das IOC mit seinen Bewerbern umgeht", sagte der 88-Jährige.

Besonders bitter: Wieder scheiterte eine Bewerbung an der Meinung der Bürger. Eine Gruppe von Aktivisten hatte in der ungarischen Metropole über 250.000 Unterschriften gesammelt und damit ein Bürgerreferendum erzwungen. Darauf wollten sich die Politiker um Ministerpräsident Viktor Orban nicht mehr einlassen - hätte es doch eine krachende Niederlage gegeben.

Los Angeles und Paris favorisiert

So verbleiben nur noch Paris und Los Angeles im Rennen, beide wie gemacht für eine Doppelvergabe auf der IOC-Session am 13. September in Lima. Paris könnte für 2024 den Zuschlag erhalten, LA für die Spiele vier Jahre später. "Es ist nun wahrscheinlicher, dass man beide Spiele zusammen vergibt", sagte Sportökonom Wolfgang Maennig.

Wie der Ruder-Olympiasieger von 1988 glaubt, könne es sich das IOC bei einer Abstimmung für 2024 nicht erlauben, eine dieser wichtigen Städte durchfallen zu lassen. "Dieser Kandidat schmollt und kommt für 2028 nicht wieder", so Maennig.

Nach Einschätzung von Tröger hatte die Debatte um die Doppelvergabe einen negativen Einfluss auf Budapest. "Das ist ein Verlierer, der aus der politischen Lage und aus der Diskussion um die Doppelvergabe entstanden ist", sagte Tröger. Dass der Name der ungarischen Hauptstadt in der Debatte nie eine Rolle gespielt hat und nur immer Los Angeles und Paris genannt wurden, hätte "den letzten Ausschlag für das Nein gegeben".

Absage-Flut stellt IOC vor Probleme

Die Liste der Rückzieher-Städte ist mittlerweile lang und stellt das IOC und seine Reformbemühungen in kein gutes Licht. Auch vor den Winterspielen 2022, die in Peking stattfinden, hat es in München, Krakau, Lemberg und Stockholm vier Aussteiger gegeben. Am Ende blieben mit Peking und Almaty/Kasachstan gerade mal zwei Kandidaten über - wie nun auch für 2024.

"Was passiert eigentlich, wenn noch einer der beiden Kandidaten zurückzieht. Gar nicht auszudenken", meinte Tröger und sprach einen wunden Punkt an. Maennig findet zumindest den Gedanken nicht völlig abwegig. "Auch in Paris gibt es eine große Mehrheit gegen Olympia", sagte der Experte: "Doch dort verzichten sie auf ein Referendum - zum Glück für die olympische Familie."

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McLaren-Bericht: Hörmann will Klarheit
23.02.2017

Alfons Hörmann fordert Klarheit in Sachen McLaren-Bericht

DOSB-Präsident Alfons Hörmann hat im Hinblick auf die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang erneut zeitnah Konsequenzen aus dem Bericht des WADA-Sonderermittlers Richard McLaren gefordert.

 "In den nächsten vier bis sechs Monaten muss in Sachen McLaren-Bericht Klarheit geschaffen sein, sonst entsteht wie vor Rio wieder ein zu großer Zeitdruck für die dringend notwendigen Entscheidungen auf internationaler Ebene", sagte Hörmann im Gespräch mit den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

 Große Hoffnungen verbindet der Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes mit der Analyse des Berichts jedoch nicht. "Ich hoffe, dass diesmal konsequent gehandelt wird, aber aufgrund der juristischen Faktenlage ist zu befürchten, dass mehr russische Athleten in Südkorea dabei sein werden, als uns lieb sein kann", sagte Hörmann.

 Vor den Spielen im vergangenen Sommer hatte der erste Teil des McLaren-Berichts im Auftrag der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) staatlich gestütztes Doping in Russland nahegelegt. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) verzichtete auf den Ausschluss Russlands und überließ die Entscheidung über mögliche Sperren den Weltverbänden, in Rio gingen letztlich fast 300 russische Athleten an den Start. Der zweite McLaren-Report bestätigte die ersten Erkenntnisse. Insgesamt sollen über 1000 Sportler von Doping-Vertuschungen profitiert haben, unter anderem bei den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi.

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Olympiamannschaft wird zu „Team Deutschland“
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Am 9. Februar 2018 werden die deutschen Wintersportlerinnen und -sportler in PyeongChang unter neuem Namen, mit neuem Logo auf der Brust und mit einer klaren Haltung in die 23. Olympischen Winterspiele starten.

 

 

Team D ist das neue Markenzeichen der deutschen Olympiateilnehmerinnen und -teilnehmer. Logo: DOSB

Das „Team Deutschland“ ist aber weit mehr als die deutsche Mannschaft bei den Olympischen Spielen. Ab sofort findet die Kommunikation rund um die olympischen Athletinnen und Athleten unter dieser Klammer statt – auch in der Zeit zwischen den Spielen. So unterschiedlich und heterogen die Athletinnen und Athleten aus den verschiedenen Sportarten auch sind, sie haben dasselbe Ziel vor Augen: als Teil von „Team Deutschland“ die magischen Momente erleben, die es nur bei Olympischen Spielen gibt. Dafür gehen sie täglich an ihre Grenzen und wachsen nicht nur während der Olympischen Spiele, sondern jeden Tag über sich hinaus – stets fair und mit Respekt.

Diese Haltung spiegelt sich im neuen Logo von Team Deutschland wieder: Der Fokus liegt auf dem D in Nationalfarben, dessen Geradlinigkeit die klare Positionierung für fairen und sauberen Sport symbolisiert, das durch seine fließenden, runden Formen aber auch Dynamik sowie Sympathie, Emotionalität und Freude am Sport ausdrückt. Gleichzeitig stellt das neue Logo das Team selbst optisch klar in den Mittelpunkt und würdigt dessen herausragende Leistung.

Moritz Fürste, Doppel-Olympiasieger im Hockey, der den Prozess als Direktor Sportmarketing der Agentur thjnk begleitet hat, freut sich über das Ergebnis: „Es hat unfassbar viel Spaß gemacht, die Marke `Team Deutschland` zu entwickeln, eine gemeinsame Haltung zu erarbeiten und dem Ganzen ein neues Gesicht zu geben, das widerspiegelt, was uns als Team ausmacht. Wir arbeiten hart für unsere persönlichen Erfolge, spielen aber immer fair. Wir respektieren unsere Gegner und machen unsere Fans stolz, indem wir immer wieder über uns hinauswachsen. Und das das ganze Jahr über, nicht nur bei Olympischen Spielen.“

Auch zahlreiche weitere Athletinnen und Athleten waren in den Prozess eingebunden, der im März 2016 begann. In die qualitative Marktforschung, umgesetzt vom rheingold Institut Köln, und in prozessbegleitende Feedbackgespräche wurden Sommersport- und Wintersportathleten, erfahrene Olympiateilnehmer und Nachwuchsathleten, Mannschafts- und Einzelsportler, männlich und weiblich, mit einbezogen. Zudem wurden Aussagen von Sportlerinnen und Sportlern in Interviews oder in den sozialen Netzwerken berücksichtigt. Im Herbst 2016 wurden ca. 500 Athletinnen und Athleten (Olympiateilnehmer/innen Rio und Sotschi) zur Positionierung befragt. Von 160 Athletinnen und Athleten, die sich beteiligten, gaben 93 Prozent an, sich mit der Positionierung stark oder sehr stark (75 %) zu identifizieren. Das Logo entstand auf dieser Grundlage durch die loved GmbH.

Säbelfechter Max Hartung, Olympiateilnehmer und Vorsitzender der DOSB-Athletenkommission, hat sich intensiv mit der Thematik beschäftigt. „`Team Deutschland` gefällt mir richtig gut. Das Logo hat einen hohen Wiedererkennungswert, und damit sind wir auch zwischen den Spielen als Mannschaft erkennbar. Ich glaube, das wird richtig gut“, sagt Hartung.
 
Amelie Kober hat beim Markenprozess ebenfalls mitgewirkt: „Es war super spannend, die Entstehung von `Team Deutschland` begleiten zu können. Vom ersten Interview bis hin zum neuen Logo – und der Höhepunkt kommt dann hoffentlich in PyeongChang“, sagt die zweimalige Olympiamedaillengewinnerin im Snowboard. „Besonders wichtig finde ich, dass das Thema Fairplay so eine große Rolle spielt. Erfolgreich sein, bedeutet fair zu sein. Und das trifft voll auf Team Deutschland zu.“

Die Spiele in PyeongChang hat auch Lisa Zimmermann, Weltmeisterin im Ski-Freestyle, fest im Blick: „´Team Deutschland´ stellt die Athletinnen und Athleten in den Mittelpunkt, es verbindet und motiviert zugleich, das große Ziel Olympische Spiele zu erreichen. Das wäre eine Riesensache, wenn ich mit dem neuen Logo auf der Bekleidung in PyeongChang bei der Eröffnungsfeier ins Stadion laufen könnte.“

Auch Felix Loch, dreifacher Olympiasieger im Rodeln, freut sich über das neue Erscheinungsbild von Team Deutschland: „Ich finde es super, dass wir durch ´Team Deutschland´ stärkere Sichtbarkeit nach außen bekommen. Ich bin stolz, Teil dieser super Truppe zu sein.“

Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) beschreibt die Ziele der neuen Marke so: „Unsere Athletinnen und Athleten sind nicht nur sportlich erfolgreich, sondern verkörpern als Sympathieträger und Vorbilder auch die Werte, die unseren Sport ausmachen und die in unserer Gesellschaft zählen. Das haben sie zuletzt bei den Olympischen Spielen in Rio eindrucksvoll gezeigt. Wir wollen unsere Sportlerinnen und Sportler mit ihrer Haltung in der deutschen Öffentlichkeit noch bekannter machen. Von einem starken ´Team Deutschland´ werden langfristig sowohl der Spitzen- als auch der Breitensport profitieren.“

Doch nicht nur die olympischen Athletinnen und Athleten vereinen sich unter „Team Deutschland“, stellt Friedhelm Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes, in Aussicht: "Die Paralympische Mannschaft ist Bestandteil dieses Projektes und wird demnächst unter dem gleichen Kommunikationsdach auftreten. Mit der Teilhabe am Team Deutschland unterstreichen wir die im Leistungssportkonzept festgeschriebene Gleichrangigkeit von olympischen und paralympischen Athleten."

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